Brief an Bundespräsidentin Sommaruga

Posted on Sep 8, 2015

Bitte um Unterstützung der griechischen Regierung bei der Bewältigung des Flüchtlingsansturms

Sehr geehrte Frau Bundespräsidentin

Die Mitglieder des im Juni 2015 gegründeten Vereins „Solidarität mit Griechenland“ sind heute zu ihrer Mitgliederversammlung in Bern zusammengekommen. Mit grosser Sorge haben sie von den unhaltbaren Verhältnissen für die in Griechenland ankommenden Flüchtlinge Kenntnis genommen. Allein im Monat Juli sind knapp 50‘000 neue Flüchtlinge – vor allem aus Syrien – in Griechenland angekommen, so viele wie im gesamten Vorjahr. Laut dem UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR ist die Lage dramatisch, Behörden und Hilfsorganisationen sind überfordert. Auf den meisten Inseln gibt es keine Infrastruktur für die Aufnahme der Flüchtigen; es fehlt an sanitären Einrichtungen und die meisten Menschen müssen schutzlos unter freiem Himmel schlafen.

Nach Jahren der Austeritätspolitik und der Rezession kämpft das hochverschuldete Griechenland selbst mit gewaltigen wirtschaftlichen Problemen und verfügt nicht über genügend Mittel, den Ansturm von Flüchtlingen zu bewältigen. Ministerpräsident Alexis Tspiras hat am Fernsehen Europa zum Handeln aufgefordert.

Von diesem Appell fühlen auch wir als Schweizerinnen und Schweizer uns angesprochen. Das Elend der auf den griechischen Inseln gelandeten Flüchtlinge kann uns nicht teilnahmslos lassen. Wir bitten Sie, sehr geehrte Frau Bundespräsidentin, und den Bundesrat, die griechische Regierung bei der Bewältigung dieser humanitären Krise aktiv zu unterstützen, sowohl finanziell wie mit Logistik und know how.

Mit herzlichem Dank für Ihre Bemühungen und freundlichen Grüssen

Für den Verein „Solidarität mit Griechenland“

Rita Schiavi, Co-Präsidentin                   Cedric Wermuth, Vorstandsmitglied